Tutorial: Von der Idee, zum Scribble zum fertigen Produkt – Wie man mit Hilfe von Photoshop digitale Illustrationen (Zeichnungen) erstellt

So spannend und lecker auch der Inhalt eines Kühlschranks sein kann, so langweilig sind die meisten Schränke von außen. Eine farbige Klebefolie aus dem Baumarkt würde das Ganze nicht wirklich spannender machen.

Unser Kühlschrank wurde zwar schon mal mit unserem coolen Aufkleber Bär bedruckt, aber langsam wird es Zeit für etwas Neues.

Hunger auf Ideen

Sven, unser Grafiker, war aber nicht ganz bei der Sache bei unseren Planungen den Kühlschrank neu zu folieren, da ihm vor lauter Hunger der Magen knurrte. Während wir noch überlegten, wie wir unseren Kühlschrank pimpen können, zeichnete er gedankenverloren auf Papier ein belegtes Brötchen, dass mit einem Schlumpf belegt war.

Und dann kam uns die Idee: Warum nicht einfach den Inhalt des Kühlschranks auf (!) den Schrank aufbringen?

Nachdem Grafiker Sven dann einen seiner berühmten Kaffee mit vorgewärmter Milch zu sich genommen hatte, zeichnete er auch schon drauf los und löste das Rätsel, warum unser Eis immer so schnell verschwunden ist. Seiner Erkenntnis nach, leben dort nämlich kleine Männchen, die auch nicht die Finger vom Eis lassen können.

Durch seine Liebe zum Detail haben wir jetzt auf jeden Fall genug Neues auf dem Kühlschrank zu entdecken. Sehr zum Unwohl des Chefs, da jetzt bei der Suche nach Milch mehr als 5 Minuten vergehen, weil man von der Aufkleberpracht des Kühlschranks so überwältigt ist.

Es entstand ein richtiges Wimmelbild als Aufkleber: Gesunde Ernährung scheint auf dem neuen Kühlschrank nicht so der Fall zu sein. In den Gemüsefächern leben offenbar ein paar Fische und ein Tintenfisch, der heimlich Yupo Tako-Aufkleber produziert. Auch bei unseren Bürohunden Louis und Amy geht es um die Wurst.

Was wir brauchen,
um einen Kühlschrank zu bekleben:

  • die Maße (+ links und rechts jeweils 2 cm Überlappung) der Kühlschranktür und der Gefrierfachtür (falls vorhanden)
  • ein Motiv für beide Flächen
  • 1 Filzrakel
  • eventuell ein Föhn
  • Glasreiniger

Vom Entwurf zum fertigen Produkt. (Tutorial)

Hier fassen wir mal zusammen, wie man vom Entwurf zum
fertigen Aufkleber kommt. Nachdem der Grafiker die Ideen mit dem Bleistift aus dem Kopf als Skizze aufs Papier gezeichnet hatte, fertigte er von jedem Bereich eine Bleistift-Vorzeichnung an (Bild 1). In diesen Zeichnungen werden bereits alle Elemente und Details möglichst weit ausgearbeitet, damit man sich im darauffolgenden Schritt voll und ganz auf das Zeichnen der Kontur konzentrieren kann.

Danach scannt oder fotografiert man die Vorzeichnungen und öffnet sie sich in einem Bildbearbeitungsprogramm (in unserem Fall Photoshop). Dann legt man eine weitere, leere Ebene darüber und kann nun anfangen, die Konturen feinsäuberlich mit Hilfe des Pinselwerkzeugs und eines Grafiktablets nachzuzeichnen (Bild 2). Das Ergebnis ist hierbei maßgeblich vom variierenden Pinselduktus (Strichstärke) abhängig. Denn das Räumlichkeitsgefühl wird hervorgehoben, die Figuren wirken lebendiger und bestimmte Bereiche können betont werden.

Danach folgt das Kolorieren. Hierzu erzeugen wir eine weitere Ebene und legen diese unter die Konturenebene.  Die fotografierte Bleistiftzeichnung brauchen wir nun nicht mehr und können diese ausblenden. Auf der Kolorationsebene werden dann die Flächen farbig ausgemalt. Wir malen die Farbe übrigens unter die Konturen-Ebene, damit wir nicht aus Versehen über die Konturen malen.
Wenn man möchte, kann man nun über der Kolorationsebene noch eine weitere Ebene erzeugen. Auf dieser haben wir nun die Möglichkeit Schattierungen und Lichter hinzuzufügen, ohne aus Versehen etwas von unserem bisherigen Ergebnis kaputt zu machen.

So als Schwarzweiß-Variante gefiel uns das schon so gut, dass wir gleich auch noch die schöne Idee hatten, einen Ausmal-Sticker auf unserem beschreibbaren Sticker-Material (Haftpapier matt) zu drucken. So kann man gleich noch wartenden oder ausmalfreudigen Kindern eine Freude bereiten. Wobei auch Erwachsene gerne stickern und ausmalen dürfen.

Den Wimmelbild-Ausmal-Sticker könnt ihr euch – so lange der Vorrat reicht – auch hier bei uns im Laden von DeineStadtKlebt.de abholen.

Wie bringt man die Klebefolie richtig auf?

Für unseren Kühlschrank entschieden wir uns für die farbige Variante auf blickdichter glänzender Haftfolie. Dort ist der Kleber grau eingefärbt, so dass das überklebte Motiv nicht durchscheint.
Die zu beklebende Fläche muss fett- und staubfrei sein, deshalb haben wir die Oberfläche vorher noch mit Glasreiniger oder Spüliwasser gereinigt. So bildet sich ein Wasserfilm, auf dem die Klebefolie „schwimmend“ verklebt werden kann.

Für das beste Ergebnis klebt man die Folie Stück für Stück von oben nach unten und streicht mit dem Filzrakel von der Mitte nach außen (Bild 5). So wird die Luft aus möglicherweise entstehenden Bläschen gedrückt und das Ergebnis ist eine glatte, blasenfreie Optik und Oberfläche der Klebefolie. Die Aussparungen für den Kühlschrankrand und die Griffe werden direkt am Kühlschrank mit einem Teppichmesser (Cutter) abgeschnitten. Vorsicht! Nicht zu tief schneiden, sonst macht ihr euren Kühlschrank kaputt.

Damit die Ränder sich nicht ablösen, werden diese mit einem Föhn erwärmt und mit dem Filzrakel festgedrückt.
Der Föhn erwärmt den Kleber und die Folie und macht sie biegsamer und dehnbarer. Die Folie dehnt sich aus und zieht sich beim Erkalten zusammen. So ist die Haftung nach dem Abkühlen viel besser. Man kann auch über Rundungen besser kleben, wenn die Folie warm ist. Achtung: An einem zu heißen Föhn kann man sich auch verbrennen, daher sollte hier darauf geachtet werden.

So, und nun dürft ihr unseren neuen Küchenbewohner begutachten, denn fertig ist der neue Hingucker in der Team-Küche.
Wenn ihr auch Interesse an dieser oder einer anderen Gestaltung haben solltet, ruft uns einfach an oder schreibt uns eine E-Mail!

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